3D-Experimente: Motu meets Playmobil

Ich habe ein bisschen experimentiert und Playmobil-Kopfverbindungen unter ein paar Masters of the Universe-Köpfe gesetzt. Wenn man die nun in Resin ausdrucken würde, könnte man Glück haben, dass die in die Playmo-Figuren reinpassen, einrasten, dabei hoffentlich nicht kaputtgehen und man sie dann auch vorsichtig drehen kann. Dazu würde ich empfehlen, Resin zu nehmen, das der Farbe entspricht die der Hals haben soll, um Farbabrieb zu vermeiden. Vermutlich muss man an den Köpfen noch ein bisschen arbeiten und die Hälse schmaler machen oder vielleicht auch mal anwinkeln. Das wäre was, was ich probieren könnte sobald hier die Resindrucker stehen und ich so eine zusammengesetzte Figur auch nochmal scannen könnte.

Sowas Verrücktes! 😀

Echtheitszertifikate?

Bieten Echtheitszertifikate für Vintage Motu-Figuren eigentlich einen Mehrwert?

Heute bin ich bei Facebook auf jemanden gestoßen, der seine vintage Masters of the Universe-Figuren inklusive Echtheitszertifikat verkauft. Das Zertifikat wurde ausgestellt von einem Shop, der alte Spielwaren verkauft und da saß ich dann und dachte hey, warum mach ich das eigentlich nicht?

Dann ist mir eingefallen, dass Masters of the Universe-Figuren zwar mit Resin- und Filamentdruckern nachgemacht werden können, und vielleicht haben manche sogar die Möglichkeit irgendwelche Spritzgusstechniken zu verwenden. Aber um ehrlich zu sein, sind neu hergestellte Motu-Figuren ja schon recht einfach zu erkennen. Sie wiegen anders, sie fühlen sich anders an, die Farben unterscheiden sich und sie sind allein schon weil sie neu hergestellt wurden stabiler und potenziell weniger zerkratzt.

Wann braucht man ein Echtheitszertifikat?

Eigentlich braucht man sowas ja nur dann, wenn man im Begriff ist, eine größere Menge Geld, sagen wir mal 100 Euro aufwärts, für etwas auszugeben, was potenziell gefälscht werden könnte. Fälschungen wären also eigens hergestellte Figuren oder Figuren, deren Zustand verändert wurde weil im Fall von Motu beispielsweise die Beingummis ausgetauscht, fehlende Körperteile ausgetauscht oder die Farben nachgemalt wurden. Mit dem Echtheitszertifikat bürgt der Ausstellende, dass es sich bei der Figur um eine „echte Figur“ handelt. Vielleicht definiert er noch in seinen AGB, dass dieses Echtheitszertifikat bestätigt, dass bestimmte Dinge davon ausgeschlossen sind aber im Allgemeinen bestätigt so ein Schrieb, dass die Figur unverändert ist, im Idealfall sogar „wie nach dem Auspacken“.

Wie stellt man denn fest, ob eine Figur „echt“ ist?

Dazu gehört natürlich eine Menge Fachwissen. Man muss wissen, wie die Figuren hergestellt wurden. Wurden sie mit einem Airbrush bemalt oder in Farbe getaucht? Gibt es verschiedene  internationale Produktionsstätten und wenn ja, inwiefern unterscheiden sich die Produktionsmethoden? Gibt es in verschiedenen Ländern verschiedene Regelungen für die Herstellung von Produkten was z.B. die Zulassung von Farben angeht? Farben müssen ja nicht nur in dem Land, in dem das Produkt verkauft werden soll unbedenklich sein sondern auch für alle, die im Herstellungsprozess damit umgehen.

Haben sich in den Produktionszeitraumen die Rohstoffpreise so geändert, dass die verwendeten Rohstoffe mal gewechselt wurden, weshalb es zu Farb- oder Konsistenzunterschieden gekommen ist? Gab es herstellungsbedingt eine Umstellung der Maschinen, was zur Folge gehabt hat, dass Beispielsweise hohle Gummiköpfe gegen massive Plastikkopfe ausgetauscht wurden? Wurde während der Produktion auf Kundenbeschwerden reagiert? Sind Patente und die Rechte an Designs vielleicht mal abgelaufen, sodass Gesichter oder Logos mal geändert werden mussten?

Und wenn man die Fragen der Produktion mal beiseite lässt, gibt es Spuren an der einzelnen Figur, dass etwas verändert wurde? Gibt es Abdrücke oder Abschürfungen, die darauf schließen lassen, dass Arme oder Köpfe herausgehebelt wurden? Wie verändert sich die Farbe unter Sonneneinstrahlung und bei Temperaturschwankungen? Bei gleichbleibender Temperatur? Im Beispiel von der Figur „Extendar“ scheint die goldene Farbe der Handschuhe und Stiefel Metall enthalten zu haben, das im Laufe der Zeit grün oxidiert ist. Die größte Sorge ist ja immer, dass der Zustand der Figur dahingehend verändert wird, dass sie besser aussieht, als sie eigentlich ist. Das mag sich für Figuren, die 30-100 Euro kosten vielleicht nur unter bestimmten Bedingungen lohnen, aber die richtig dicke Kohle macht man ja mit Figuren, die bei 1000 Euro anfangen.

Acrylfarben sind ein Problem. Dünn aufgetragen ist ohne Hilfsmittel nicht zu erkennen, ob jemand dem „Ninjor“ die Haare schwarz nachgemalt hat. Andere Farben und Tinten sickern erst nach einer bestimmten Zeit ins Plastik ein und „bluten“ unter der „Haut“ aus, was zu nicht abwaschbaren Flecken führt.

Kritische Beleuchtung

Ein Echtheitszertifikat muss mir glaubhaft darüber Auskunft geben, dass der Sachverständige, der das ausstellt, das Ding, was ich kaufe, für echt hält. Irrtümer kann man sich natürlich vorbehalten und man wäre ein Idiot, wenn man das nicht als Klausel im Kleingedruckten irgendwo aufnehmen würde.

Die Firma NIX stellt, um mal einen kleinen Exkurs zu machen, einen Sensor her, mit dem man die Farbwerte eines Gegenstandes messen kann. Man nimmt das Gerät, platziert es auf der zu analysierenden Oberfläche und bekommt dann die entsprechenden Farbwerte ausgespuckt, anhand derer sich Farben mischen lassen. Das Gerät kostet in ganz klein 72 € und in cool über 1000 €. Es gibt sicherlich noch weitere Firmen, die ähnliche Geräte herstellen. Die Farben der Firma Vallejo sind schon ziemlich nah an den bei vintage Motu verwendeten Farben dran. Vermutlich hat Citadel ein ähnlich gutes Sortiment. Die Ersatz-Beingummis sind bei Ebay schnell bestellt. Es liegt also nahe, sich mit entsprechenden Werkzeugen einzudecken, um den großen Reibach mit nachträglich reparierten Motu-Figuren zu machen, wenn man im Internet so einfach an die Ressourcen dafür kommt. Oder?

Naja. Der Markt für Vintage Motu-Figuren ist überschaubar. Wenn jetzt jemand auftauchen würde, der ausschließlich perfekt „erhaltene“ Figuren verkauft, würde das nicht nur auffallen sondern auch die Frage aufwerfen, wo die wohl herkommen mögen. Es gab zu Beginn der 2000er eine Welle an Leuten, die nochmal durch Europa gefahren sind und da speziell die Niederlande und Italien im Auge hatten, um dort die Lager alter Spielwarenläden zu plündern, aber da die vintage Figuren eine endliche Ressource sind, weil sie eben nicht nachproduziert werden, wird es schwierig, sich ein Business damit aufzubauen, Motu-Figuren oder Spielwaren im allgemeinen zu fälschen. Wenn ich schon Spielzeug fälschen würde, dann natürlich nicht nur Motu, weil sich die Anschaffung der Materialien dafür allein gar nicht lohnen würde.

Dass man die Figuren und ihre Waffen einfach so 3D drucken kann stimmt zwar, aber sobald man auf diesem Wege gefälschte Figuren und Zubehörteile verkauft und sie in den Händen von Leuten landen, die bereits Motu-Figuren in den Händen hatten, wird das ganze auffallen. Sowohl Filament- als auch Resindrucker nutzen ein anderes Material als das der Originalfiguren und man wird den Unterschied was Material und Bemalung angeht in dem Moment feststellen, wo man das ganze Ding in Händen hält. Das wiederum führt, wenn entsprechend hohe Summen bezahlt wurden, zu Anzeigen und Briefen von Anwälten. Den Betrug kann man vielleicht 2-3 mal durchziehen aber welcher Sammler, der für eine Figur 1000 Euro bezahlt ist so uninformiert, dass er auf 3D gedruckte Fälschungen reinfällt? Man wird Glück haben, wenn man einen einzigen findet.

Bleiben also noch kaum wahrnehmbare Schönheitsreparaturen wie abgeplatzte Farben zu reparieren. Wie stellt man die fest? Also man kann vielleicht, wenn man ein digitales Auflichtmikroskop sein Eigen nennt, die Figur mal darunterlegen und schauen, ob man Farbübergänge sieht die nicht passen. Moderne Acrylfarben dürften sich so in Einzelfällen erkennen lassen, aber um das zu vermeiden kann man als Fälscher ja auch einfach das ganze Areal überpinseln und nichts von der alten Farbe übrig lassen. Und dann bräuchte man schon wieder ein weiteres Exemplar der Figur aus der gleichen Produktionsreihe (dem gleichen Land, der gleichen Fabrik, der gleichen Zeit) um das festzustellen.

Wir bewegen uns also so langsam in den Bereich professioneller Gutachter, mit den Mikroskopen, den Sensoren und dem ganzen Fachwissen. Und wenn man diese Geräte und das Fachwissen einmal hat, dann sind die Geld wert, das man in Form von Dienstleistungen damit verdienen kann.

Man sollte sich nur sehr sehr sicher sein, dass die Geräte und das Fachwissen das man hat, auch ausreichen um juristisch garantieren zu können, dass die Figuren, die man verkauft, echt und unverändert sind. Um das wirklich feststellen zu können, kann man ja mal eine Materialprobe so einer Figur an ein Labor senden und sich anhören, was die dazu zu sagen haben, sowohl was die Materialzusammensetzung als auch deren Preisgestaltung angeht.

Blöd wäre, wenn man jetzt hinginge, einer Actionfigur ein Echtheitszertifikat ausstellt und nach einem halben Jahr kommt der Kunde zu einem zurück und belegt durch den Zustand der Figur, dass das Echtheitszertifikat fälschlicherweise ausgestellt wurde. Das kann Betrug sein, der bereits im Versuch strafbar ist.

Ja aber das ist doch total übertrieben!

Ja, ist es.

Es ist unrealistisch, dass man für weit unter 10 Euro ein valides Echtheitszertifikat für eine Actionfigur bekommt, das tatsächlich auch irgendwelchen Standards entspricht. Im Prinzip kauft man sich für den Preis ein Stück Papier, dass man zu seiner Figur dazulegen kann. Etwas anderes, als dass der Händler selbst an der Figur nichts manipuliert hat, kann er nicht versprechen, weil ihm die Methoden zur Feststellung einfach fehlen. Und auch dann müssen das die Kunden, die ja selbst potenziell noch viel weniger Möglichkeiten zur Feststellung haben, dem Händler glauben.

Der Zettel mit dem Wohlfühlfaktor führt am Ende tatsächlich nur dazu, dass ein irrelevanter Konsens darüber, dass eine Figur „echt“ ist, wiedergekäut wird. Und dazu, dass Leute denken, dass man für die Figur mit dem Echtheitszertifikat 20-50 Euro mehr verlangen kann als für die, ohne.

Ich kann mir so viele Echtheitszertifikate ausdrucken, bis mein 500er Stapel Papier alle ist. Ich kann mir danach noch mehr Papier kaufen und Druckertinte und außer zum Nachlegen gar nicht mehr aufhören, die Dinger auszudrucken.

Wird meine Sammlung dadurch mehr wert, weil ich mir als Sachverständige selbst irgendwelche Zertifikate ausgestellt habe? Vermutlich leider ja.

Ich werde trotzdem in Zukunft darauf achten, mich nicht an solchen Echtheitszertifikaten zu beteiligen und nach Möglichkeit nichts kaufen, wo so ein Ding dran gebunden ist. Und das obwohl ich ’n Mikroskop in der Kragenweite habe.

Meine etwas verrückte Sammlung…

Etwas verrückt ist das zugegebenermaßen ja wirklich, so eine breit gestreute vintage Spielzeugsammlung. Und man fragt sich ja vielleicht zurecht, wie das überhaupt kam, dass ich das alles angehäuft habe. Die Geschichte meiner Sammlung ist dabei eigentlich gar nicht so kompliziert oder dramatisch.

Ich hatte als Kind das Glück, dass mein Vater in einer Kaufhauskette als Handwerker gearbeitet hat und deshalb auch Zutritt hinter die Kulissen hatte. Die 1980er waren eine andere Zeit, muss man hierzu wissen. Alles, was in Kaufhäusern nicht verkauft werden konnte, weil z.B. die Verpackung beschädigt oder offen war, wurde zur Müll- und Papierpresse gegeben und in Würfel kompaktiert, die dann einfach als Müll abtransportiert wurden. Wenn man also ein bisschen aufmerksam war und beispielsweise in der Nähe zu tun hatte, hat man schnell festgestellt, dass da eigentlich brauchbare Sachen gelandet sind. Gut, oft waren die Verpackungen offen oder die Blister eingedrückt, mal war was abgerissen, aber der Inhalt war oft genug noch in Ordnung. Wenn die Verpackungen vollkommen zerstört waren wurden die Spielzeuge in Gänze einfach in die Presse geworfen und wenn man schnell war konnte man das ein oder andere da noch rausfischen. Auf diese Art bin ich an sehr viele Dinge gekommen, wie eine meiner Turtles-Figuren, sehr viele Real Ghostbusters-Aufkleber und Radiergummis, Metallautos, Fernlenkautos, aber auch Schreibsets bis hin zu tütenweise Biene Maja und Heidi-Hefte von Bastei. Dazu gab es damals noch einen Mitarbeiterrabatt, wenn man dort eingekauft hat, in Höhe von Sage und Schreibe 30%, später wurde das dann schrittweise reduziert auf nur noch 5% aber zu dieser Zeit war das Kaufhaus eine Art Wunderland. So blieb natürlich mehr Geld übrig und mein Vater brachte mir fast jeden Tag zumindest irgendwas mit. Die Sachen waren ja sauber.

Leider bin ich für Motu zu spät gekommen, mit meinem 84er Jahrgang, sodass ich auf dem Weg nur einen Ninjor bekam, von dem ich auch lange gar nicht wusste, dass er Ninjor heißt oder überhaupt etwas mit Motu zu tun hat. Er hatte ja keine Verpackung. Mir fiel nur auf, dass er ähnliche Füße und einen ähnlichen Gürtel hatte wie die Motu-Figuren, die ich aus einem Mattel Toys-Werbeheft kannte. Wenn man den ganzen Teil, den ich so erhalten habe, mal rausnimmt, wäre meine Sammlung wohl um einiges kleiner.

Mein Spielzeug war mir als Kind immer sehr wichtig und ich habe eigentlich nichts verbummelt, nichts verloren, nichts verschenkt und nichts wirklich kaputtgemacht, außer aus Versehen. Deshalb ist auch auf diesem Weg sehr viel erhalten geblieben.

Und zu guter Letzt fing ich Ende der 90er an, aktiver Spielzeug und Actionfiguren zu sammeln. In der Geburtsstunde des Internets gab es neben Ebay auch noch Plattformen wie eHammer und die Preise für das „alte Zeug“ waren noch richtig niedrig. Niemand ahnte, was in den Folgejahren passieren würde und die meisten dachten, das ist alter Ramsch und haben sich wohl gewundert, warum das überhaupt jemand kauft. Aber zu der Zeit habe ich, Taschengeld sei dank, fast jede Woche irgendwas online gekauft. Und wenn He-Man-Figuren in der Regel irgendwas zwischen 1-25 Euro gekostet haben, dann nimmt man davon erst mal eine Menge mit. „Der ist selten, der geht durchaus schon mal für 60 Euro weg!“ Oh you sweet summer child…

Eine weitere Quelle waren damals auch die großen Flohmärkte im Ruhrgebiet, wo ich phasenweise auch jedes Wochenende unterwegs war und Bravestarr, Thundercats und Mein kleines Pony weggeschleppt habe. Auch da waren die Preise noch nicht so hoch wie heutzutage, wo ja jeder weiß, dass für altes Spielzeug ein Markt besteht. Und weil ich durchaus mal Kisten und Kästen länger durchwühlt habe und auch bei Bücher- und Comicständen gehalten habe, ist mir auch auf dem Weg viel in die Hände gefallen. Es hilft auch, einfach über viele Toylines Bescheid zu wissen. Man findet keine Jem-Puppen in einem Stapel Barbies wenn man nicht weiß, wie Jem-Puppen aussehen.

Aber das hat doch trotzdem alles Geld gekostet!

Ja, natürlich. Aber wenn man nicht so viele andere Hobbies hat, und die auch wenn dann eigentlich nichts kosten, dann hat man schon Budget dafür übrig. Das ist aber auch ein Lifestyle, den man mir schwer nachmachen kann 😀

Aber auch heutzutage jage ich manchmal noch nach Schnäppchen und komplettiere Figuren, die schon seit Jahrzehnten unkomplett bei mir rumliegen. 🙂

Die Waffe und Rüstung von… Ram Man

Ram Man aus Masters of the Universe – Dieser grobschlächtige Kerl ist mir vor ein paar Jahren nochmal unter ganz anderen Gesichtspunkten aufgefallen als nur „Das ist der, der immer die Mauern mit dem Schädel einreißt und deshalb ein bisschen langsam ist“. Mir kam der Helm seltsam bekannt vor.

Fantasy an sich bedient sich ja gerne aus dem realen Mittelalter, das ja schon aufgrund seiner Länge von rund 1000 Jahren eine reichhaltige Ressource an Inspirationen bietet. Ram Mans Helm ist da keine Ausnahme, denn der scheint eindeutig inspiriert zu sein von der Barbuta.

Quelle: Parkerbrown2000 in der Wikipedia auf Englisch

Was also ist eine Barbuta?

Grob gesagt das hier. Ein Helm aus dem Italien des 14. und 15. Jahrhunderts. Typisch für diese Art von Helm ist, dass bis auf den T- oder Y-förmigen Ausschnitt das Gesicht komplett verborgen wird, um vor Verletzungen zu schützen. Das musste man bei Ram Man natürlich ein bisschen weiter gestalten, weil man sowohl im Zeichentrick als auch bei den Spielzeugumsetzungen Gesicht und Mimik zeigen wollte und der Schutz da nicht so sehr im Vordergrund steht. Der Gesichtsausschnitt bei der Vintage-Variante ist dabei sogar noch am realistischsten. Nur abgeflacht war der Helm oben tatsächlich nie. Während Ram Man natürlich mit seinem Kopf durch Wände durchschlägt musste man bei der Barbuta natürlich dafür sorgen, dass Schwerthiebe vom Helm abgleiten können und sich so die Schlagwucht besser verteilt. Deshalb ist das reale Vorbild auch konisch geformt.

 

Während also der Helm ein historisches Vorbild hat, können wir davon ausgehen, dass die Rüstung die seinen Oberkörper schützt, einer Footballrüstung gleicht. Schön ist, dass die Rüstung der Vintage-Variante direkt in den Helm übergeht und so den Hals schützt, wohingegen spätere Varianten von Ram Man den Hals erstaunlich angreifbar lassen. Das ganze scheint wie aus einem Guss zu sein und schränkt natürlich die Kopfbeweglichkeit arg ein, aber wir reden hier ja auch über eine Zeichentrickfigur, die muss nicht realistisch sein 😉 Die beiden Scheiben, die an den Ketten befestigt sind, habe an der Stelle nicht so viel Sinn, außer man interpretiert sie vielleicht als verrutschte Schwebscheiben. Was Schwebscheiben sind? Das waren runde Scheiben aus Metall, die an Ritterrüstungen im Achselbereich angebracht wurden, um Stiche in die Achseln abzuwehren, während man die Beweglichkeit des Gelenks weitestgehend erhalten wollte.

 

Ein roter Gambeson

Was trägt Ram Man noch? Unter seiner Rüstung jedenfalls finden wir einen Gambeson, sogar mit angedeuteten Fransen. Ein Gambeson ist ein Kleidungsstück, das zur Polsterung dient, auch wieder um die Wucht von Treffern zu verteilen und dadurch abzumildern. Aber auch gegen Fernwaffen war er äußerst nütlich. Er besteht aus mehreren Lagen Stoff oder war auch mit Wolle oder Stoffresten ausgepolstert. Für gewöhnlich trug man einen Gambeson unter seinem Ringpanzer (ugs. „Kettenhemd“). Im Gebrauch war dieses Rüstungsteil seit dem 13. Jahrhundert.

 

Zu der Hose fällt mir spontan nicht viel ein, außer dass diese Ringe entfernt vielleicht an Sprungfedern erinnern sollen und die Schuhe sehen aus wie generische schwere Stiefel.

Aber er hat ja auch noch eine Waffe dabei, nämlich sein… na? Beil oder Axt? Was ist der Unterschied zwischen einer Axt und einem Beil? Eine Axt führt man zweihändig, ein Beil führt man einhändig. Schauen wir uns erstmal den Kopf seiner Waffe genauer an. Der ist nicht symmetrisch und unten scheint ein Teil wie „abgebrochen“ und ganz schön schartig ist er auch. Oben ist der Axtkopf gerade, unten zieht sich ein Teil in die Länge – für mich wirkt das wie eine etwas gestauchte Bartaxt.

Eine wikingerzeitliche Bartaxt. Quelle: Wikipedia

Eine Bartaxt, wie die hier abgebildete aus der Wikingerzeit, hat unten einen Bart. Manchen wird der Vorgänger dieser Axt, die Franziska der Franken, vielleicht auch noch ein Begriff sein, aus der sich die Form bereits erahnen lässt. Im Gegensatz zu Ram Mans Axt hätte die Bartaxt jedoch einen langen Schaft gehabt. Der Bart hat man sich übrigens nicht einfach so aus optischen Gründen ausgedacht, der war sogar sehr nützlich, denn man konnte mit der Axt von oben oder von der Seite dem Gegner den Schild einfach aus der Hand hebeln damit, oder ihn vielleicht sogar an sich heranziehen. Je nach dem, wie fest er seinen Schild gehalten hat 😉

 

Die Armschienen und der Gürtel sind nette und stimmige Accessoires, aber ich konnte kein in der Realität verankertes Pendant dazu finden.

 

 

Schon interessant, was man von Ram Man alles lernen kann 😀

Nach der Con ist vor der Con!

So!

Wieder zuhause, wieder erholt, die Con ist vorbei und ich hab natürlich auch ein paar Sachen von dort mitgebracht. Aber da ich mit dem Einbinden meiner Sammlung auf dieser Seite sowieso gnadenlos hinterherhänge ist das auch erstmal nicht so wichtig 😉 Fotos von meinem Loot kann man ja auch im Zweifel auf meinen Social Media Kanälen bei Facebook und Instagram sehen.

Die Beast Man Statue, 56 cm.

Die große Beast Man-Statue ist fertig und das war wohl ein ordentliches Stück Arbeit. Die Druckzeit für die Figur waren alles in allem grob 3 Wochen, weil ich die meisten Teile mit einer sehr feinen Nozzle ausgedruckt habe. Dazu kam der große Sockel, den ich mit dem großen (langsameren) Drucker gedruckt habe, dann wurde alles verklebt, versäubert, bemalt und lackiert und es wurde rechtzeitig zur Con fertig.

Evil Lyn, ca. 40 cm.

Auch rechtzeitig fertig wurde die Evil Lyn Büste, von der ich ja vor geraumer Zeit bereits eine kleine Version angefertigt hatte und die nun eine 40 cm Version bekommen hat. Das war ein schöner Druck bei dem ich mal meinen Entgrater ausprobiert habe. Die Dinger sind echt richtig praktisch, um überstehendes Material von 3D-Drucken zu entfernen!

 

Orko und Ken 😀

Nicht rechtzeitig zur Con fertig wurde allerdings das kleine Überraschungsprojekt, das Matthias bei mir angefragt hatte. Nämlich der Lifesize Orko. Diese fast 80 cm große Trollaner-Statue ist am Tag bevor ich runter zu Alex gefahren bin fertig gedruckt gewesen, aber trotz aller Beeilung habe ich nur eine sehr provisorische Bemalung angebracht und dann haben wir ihn auch ins Auto gesteckt. Man sieht dem kleinen-großen Orko halt noch sehr an, dass da noch nichts richtig geschliffen ist und der Farbauftrag ist auch nicht so sauber aber man erkennt, wo die Reise hingeht! Insgesamt wird der schon schön, wenn der fertig ist.

 

Apropos fertig.

Es müssen für die nächste Con ja noch ein paar Sachen fertig werden. So auch der Voice Action Zoar und zwei weitere arbeitsintensive Projekte, von denen nur eines was zum direkten ankucken ist und das andere… naja ich will nicht zu viel ankündigen. Das wird man ja sehen, wenn’s soweit ist 😀

Deshalb wird jetzt auch wieder fleißig geplant und gedruckt und bestellt und gebastelt und geschraubt. Denn nach der Con ist bekanntermaßen ja vor der Con. Und die nächste Con wird das 25jährige Jubiläum der Grayskull Con.

In diesem Sinne – Auf zum Atem!

Jungs- und Mädchenspielzeug – Eine Einschätzung

Die Thematik ploppt ja immer mal wieder auf. So auch neulich, wo die Frage im Raum stand, ob man sich als erwachsener Mann Puppen kaufen soll. Oder wenn die Herren der Schöpfung mal wieder zu mir kommen um mir mitzuteilen, dass sie darüber verwundert sind, dass ich als Frau Actionfiguren und insbesondere Masters of the Universe sammele.

Ich war als Kind eigentlich einfach für Spielzeug aller Art zu begeistern. Matchboxautos, Puppen, Lego, Ritterburg, Esbitofen, Schminkköfferchen, Fernlenkboote, Gameboy, vollkommen egal, ich hab mit allem gespielt, was mir in die Finger kam. Und ich hatte auch keine Restriktionen. Nie habe ich so Sätze gehört wie „Das ist doch was für Jungs!“ Ich habe mir das Barbie Traumschiff gewünscht und gleichzeitig Playmobil Ritter. Das war was vollkommen Normales. Ich kannte Kinder, die nicht mit dem Spielzeug des anderen Geschlechts spielen wollten, weil sie das langweilig fanden, aber mich hat einfach alles interessiert. Es gab für mich auch kein „Ih, mit Jungs spiel ich nicht!“ im Kindergarten. Wir waren ein bunter Haufen der durch die Büsche und Bäume geklettert ist, um Raumschiff zu spielen. Oder Fuzzy (Western von Gestern). Manchmal durften wir unser Lieblingsspielzeug mit in den Kindergarten bringen und ich hatte einen Gummisaurier dabei, weil der in dem Moment der Coolste war. Sauri hab ich immer noch. Genauso wie meine Knallpistolen und die meisten Plüschtiere, das Barbiehaus im Koffer, die Polly Pocket-Sammlung.

Vermutlich ist das für manche Leute tatsächlich nicht üblich, wenn ich als Frau und Kind der 80er ein Hobby habe, bei dem man eher Männer erwartet. Man weckt auch bestimmte Bilder in den Köpfen der Leute, wenn sie erfahren, was eines meiner Hobbies ist. Manche fühlen sich dann bemüßigt, meinen Charakter daran zu bemessen und es gab auch bereits Unterstellungen nach dem Motto, dass ich ja „nur so tue“ um irgendwie „tough“ zu wirken. Gut, dafür dass das alles eine Scharade ist habe ich das jetzt bemerkenswert lange durchgehalten und auch ziemlich viel Geld dafür ausgegeben, nur um so zu tun als ob 😁, aber ich kann verstehen, dass man Leute verstehen möchte, die man für ungewöhnlich hält.

Es gibt im Comicbereich generell aber auch im Motu-Fandom speziell eine ganze Menge Frauen, denen ich das abkaufe, das Franchise zu mögen, ohne dass das eine Masche ist, mit der sie irgendwas erreichen wollen. Mit der weiteren Verbreitung des Internets wurden das auch immer mehr Frauen, die in dem Bereich sichtbar wurden. Und egal was sie nun im Einzelnen machen, ob sie sammeln, ihre FanArts veröffentlichen oder cosplayen, die haben ja alle ihre Daseinsberechtigung.

Umso wilder finde ich den Ansatz, Männer dafür zu kritisieren, wenn sie weibliche Figuren oder Puppen sammeln. Das kommt vor allem von anderen Männern, die sich in ihrer eigenen Männlichkeit dazu berufen fühlen, auf ihrer Meinung nach nicht so männliche Geschlechtsgenossen zu zeigen um herauszustellen, dass sie selbst viel männlicher sind.

Wenn man Kinder mal einfach machen lässt, denke ich, würde das zwar auch ein bisschen auf das Geschlecht ankommen, womit sie am liebsten spielen, aber vermutlich läge das zu sehr großen Teilen doch am Geschmack – ob das Kind lieber Action mag oder was ruhiges. Und vielleicht ist das ja sogar Tagesformabhängig. Ich halte das jedenfalls für ziemlich förderlich, Kindern die Wahl zu lassen, womit sie am liebsten spielen möchten. Und möglichst unterschiedliche Erfahrungen bereits in der Kindheit zu machen führt am Ende auch am ehesten dazu, dass man aufgeschlossene und kreative Erwachsene bekommt.

Aber wie begegnet man jemandem, der jetzt, im Erwachsenenalter, mit solchen Sprüchen um die Ecke kommt?

Gute Frage. Ich empfinde das immer als ein bisschen doof, wenn jemand zu mir mit meinen 40 Jahren ankommt und mir erzählen möchte, dass das, was ich mache, ja wer weiß wie ungewöhnlich ist und das auch nicht zu mir als Frau passt. Umgekehrt natürlich auch. Ich habe noch ein weiteres, eher männlich assoziiertes Hobby. Ich habe im weitesten Sinne mit Reenactment zu tun und besitze Nachbildungen historischer Rüstungen und Blankwaffen. Und ein bisschen weiß ich auch, wie man die einsetzt. Auch das hat nichts mit irgendeiner Geschlechtererziehung zu tun sondern mit der Tatsache, dass ich bereits als Kind mit meinen Eltern auf Mittelmeerkreuzfahrten war und wir so angefangen haben, eine archäologische Replikensammlung aufzubauen. Das ist purer Zufall und Geschmackssache, dass meine Mutter bei den Ägyptern gelandet ist und ich eher bei den Wikingern und im europäischen Mittelalter. Mir meine Hobbies ungeachtet meines eigenen Geschlechts auszusuchen ist einfach so tief in mir verankert, dass ich mit solchen Sprüchen nichts anfange. Das ist komplett nicht meine Welt, mich da einzuschränken, weil jemand meint, ich müsste das.

Gut, Rückschlüsse auf den Charakter oder die sexuelle Orientierung sind glaube ich zu einem gewissen Grad nicht zu vermeiden. Das sind Klischees und der Mensch funktioniert evolutionär bedingt auf Basis von Klischees. Man muss ja sein Gegenüber interpretieren können um vorauszuahnen, ob der einem ans Mammutleder will, schon klar. Aber ein paar Tausend Jahre nach der letzten Eiszeit können wir uns den Spaß eigentlich erlauben, darauf zu verzichten, Leute egal welchen Geschlechts dafür zu verurteilen, was sie für Hobbies haben. Wer von sich behauptet, ein Motu-Fan zu sein und das trotzdem tut, hat das ganze Konzept von dem Franchise nicht begriffen. Schließlich hat sich irgendeiner der Charaktere nach jeder Folge vor die Kamera gestellt und uns damals erzählt, dass wir zu anderen gefälligst nett sein sollen. Und das einzige, das wirklich peinlich ist sind doch die Leute, die doof kichern und mit dem Finger auf andere zeigen, die ein Hobby gefunden haben, das sie lieben.

Relativ kurz vor der Con…

Das ist ja gar nicht mehr so lange bis zur Grayskull Con! Und es muss noch einiges gemacht werden. Ein Großdruck druckt noch und das wird ziemlich knapp. Kann sein, dass die Figur zur Con nicht fertig wird und ich nur ein Work in Progress davon ausstellen kann. Aber wir geraten nicht in Panik, denn auch als Work in Progress sieht das gute Stück beeindruckend aus, versprochen 😀

Weitere Schilder müssen gedruckt werden, manche mit Pfeilen drauf, andere mit Blödsinn, es wird tollte Gäste geben, die ich aber noch nicht verrate weil das wär ja auch noch schöner 😉 Aber immerhin ist der große Beast Man fertig. Das war vielleicht anstrengend und spannend, und vor allem nervenaufreibend, den zu montieren. Ich hatte ja die Sorge, dass der einfach über Nacht auseinanderfällt. Hat er aber nicht getan und nachdem alle Spalten und Klebekanten maskiert wurden ist er nun bereit für seinen Einsatz in zwei Wochen.

Ich habe ein paar kleine Quality of Life-Verbesserungen gemacht, z.B. damit man den Eingang besser findet und so manches einfach hübscher und zusammengehörender aussieht. Es wird ganz viel Neues zum Anschauen geben und ich hab schon Sachen für die Grayskull Con 25 geplant, die mir jetzt zu knapp vorher eingefallen sind 😀

Es gab einen etwas größeren Neuzugang in meiner Sammlung, namentlich Schloss Lockenlicht aus der Lady Lockenlicht-Toyline. Da hatte ich auf Ebay tatsächlich mal Glück und das Teil wird mein bereits bestehendes Schloss ergänzen und teilweise ersetzen. Toll ist auch, dass die Anleitung und die Originalverpackung dabei sind.

Ich habe mir eine Artikelreihe überlegt, die vielleicht Spaß machen könnte. Die vielen Waffen und Rüstungsgegenstände die es im Motu-Universum gibt haben ja fast alle Vorbilder in der Realität. Und weil ich mich in dem Gebiet ein bisschen auskenne, spiele ich grade mit dem Gedanken, die alle einmal vorzustellen. Mal schauen, wann ich dazu die Zeit habe, das umzusetzen 🙂 Eigentlich hätte ich auch Lust, solche Rüstungsgegenstände aus meiner Sammlung mal mit zur Con zu bringen. Dafür brauche ich dann allerdings ein größeres Auto 😀

 

So! Einen schönen Sonntag noch!

Digitale Musik…

… wollte ich machen. Aber ohne KI. Ich wollte mal wieder Keyboard spielen und sehen, wie weit ich komme mit meinen Programmen und mit dem, was ich noch weiß.
Also hab ich kurzerhand Reaper reaktiviert, mir digitale Instrumente runtergeladen und ein bisschen herumexperimentiert.
Als allererstes habe ich mich am Filmation-Theme von Teela versucht. Das ist ohnehin ein Klavierstück und ich habe die entsprechenden Noten bloß einmal digital etwas nachbearbeitet:

Und weil mir das ganz gut gefiel, habe ich gedacht werde ich mal ein bisschen kreativer und werfe einfach mal ein paar nach Ethno klingende Instrumente zusammen und heraus kam diese Variation des Intro-Themas:

Und als Neuestes habe ich einfach noch einmal das Intro genommen und es mit 8 Celli nachgespielt.

Ich merke, ich muss wieder vertrauter werden mit Takten, Tasten, dem Programm und dem Zusammenspiel der Instrumente. Das dauert und ist natürlich auch eine Lernkurve. Meine mehr als drei Jahrzehnte, die ich mit meinen Blockflöten zugebracht habe, sind zwar eine gute Basis aber digitales Musikmachen ist was anderes.

Wie ihr ja wisst mache ich den ein oder anderen Trailer für Artefakte der Macht und Motu Fan-Fiction. Und immer nur auf Stockmusic zurückzugreifen klingt irgendwann extrem gleich. Ich möchte in diese Trailer aber auch generell in meine Videos Musik einfließen lassen, in der ikonische Themen aufgegriffen und abgewandelt werden, so wie mit der Ethno-Version. Ich möchte mal eine kleine leiste Gitarre und mal ein Orchester spielen lassen. Ich möchte, dass das Timing für meine Musik stimmt und mich nicht im Videoschnitt in ein enges Korsett zwängen lassen weil die Musik ja schon fertig abgemischt ist und keine schöne Möglichkeit mehr bietet, zu variieren. Und ich glaube diese Dynamik kann ich dadurch erreichen, dass ich mich wieder mehr meiner digitalen Musik widme.

Habt einen schönen Tag!

Die Beast Man-Statue Part 1

Beast Man ist im Moment in Arbeit.

Ich habe irgendwann vor 3 Monaten ein wunderschönes Modell von Beast Man auf einem Felsen bei Cults 3D gefunden, das ich unbedingt haben musste. Der Plan war zunächst, meinen relativ neuen Bambu Lab P1S auszuprobieren und das Ergebnis mit meiner 0.4er Nozzle war schon ziemlich cool. Kaum Layerlines, aber an manchen Stellen konnte man noch sehen dass sich diese typischen Plateaus gebildet haben die man eigentlich nicht haben möchte. Das war so eine Treppenbildung innerhalb von Rundungen die dadurch zustande kommt, dass die Layerhöhe zu hoch ist und deshalb die Rundung nicht sauber ausgefüllt wird. Kurzum, je niedriger und feiner die Höhe eines Layers ist und je besser man das Stück auf dem Druckbett positioniert, desto weniger tritt das Phänomen auf.

Also bin ich hingegangen und habe mir eine 0.2er Nozzle besorgt und habe außerdem angefangen, das ganze 28 cm Modell auf 200% seiner ursprünglichen Größe zu skalieren. Zum Glück hat Beast Man viel aufmodelliertes Fell und Brimborium, sodass man das Rautenmuster, das bei so einer Vergrößerung oft durchscheinen sieht, nicht oder kaum sieht. Das nichtsdestotrotz wird er natürlich auch nachbearbeitet, an den nötigen Stellen geschliffen und dann kommt die Grundierung da drauf und dann wird zusammengeklebt und angemalt.

Soweit der Plan.

Hier sieht man mal das Druckbett meines Anycubic Kobra Max, das sind 40 x 40 cm und man kann sich also vorstellen, was für ein riesen Ding allein der Sockel wird.

Der hat eine angegebene Druckzeit von 4 Tagen in Cura, aber weil ich weiß dass mein Drucker ein bisschen länger braucht dürfte das bei grob 6 Tagen liegen. Das ganze Teil wiegt dann am Ende ungefähr 1 Kilogramm.

Aber warum macht man sich denn die Mühe, das ganze Ding gleich zwei mal auszudrucken?
Nun, so ein großer Print ist echt ein Commitment. Da wandern mehrere Spulen an Filament rein, die jeweils irgendwas zwischen 20 und 30 Euro kosten. Man muss rausfinden, welcher Kleber sich am besten eignet. Idealerweise wäre das ein Klebstoff, der nicht das Filament frisst und auch ein bisschen was an Gewicht tragen kann und nichts porös macht. Die Statue soll schließlich transportiert werden und im Auto vibriert es nun mal. Vibrationen sind nicht gut für die Stabilität und bedeuten Abrieb und deshalb nimmt man da am besten Spezialklebstoffe für. Auch ist es im Vorfeld nicht schlecht zu wissen, ob es irgendwo modellbedingte Spalten geben wird, die man mit Spachtelmasse füllen muss. Und nicht zuletzt sollen die Farben ja auch schön aussehen. Ich bin z.B. zu dem Schluss gekommen, dass Beast Man am Ende keinen so tiefbraunen Bart haben wird und die Spikes an den Arm- und Beinschonern werden auch eher Knochenfarben als silbern. Damit die Farben schöner rauskommen werde ich die Figur zusätzlich also auch noch weiß grundieren. Über den Paintjob an sich könnte ich wahrscheinlich auch nochmal einen Extrabeitrag machen. Da kann man mit so vielen schönen Techniken spielen, wenn das Modell eine entsprechende Größe hat. Angefangen z.B. bei Blattgold bis hin zu Pastellkreiden und Aquarellstiften ist ja alles möglich.

Und weil bei so einer großen Größe viel mehr möglich ist als im Miniaturbereich hab ich mich für die große Größe entschieden. Und auch wenn 28cm nicht richtig „Miniatur“ sind, so sind bei der kleinen Version die Augen und bestimmte Nieten an den Lederbändern sehr schwierig abzubilden. Ich bemale sowas tatsächlich mit einer Leuchtlupe.

Lackiert wird Beast Man selbstverständlich auch und auch da überlege ich, mit Matt- und Glanzlack zu arbeiten, damit manche Stellen einfach lebensechter wirken. Wenn ich schon so ein großes Projekt mache, dann will ich, dass das so cool wie nur irgend möglich wird und ich dabei auch so viele Erfahrungen sammeln kann, wie es nur geht.

Hier sieht man die winzigen Pupillen, die ich mit einem nadelfeinen Dotting Tool setzen musste, das eigentlich aus der Nail Art Technik kommt. Als (unter anderem) ehemalige Nageldesignerin hat man ja durchaus ein kleines Repertoire an ungewöhnlicheren Tools zur Hand, mit denen man sich kreativ austoben kann. Zum Glück hab ich in meinem Leben schon viel ausprobiert und kann nur empfehlen, was Werkzeuge angeht immer über den eigenen Tellerrand zu schauen!

Das Schöne ist übrigens, dass wenn Beast Man fertig gedruckt ist, es direkt weitergehen kann. Es warten noch ein Orko und eine Catra in Katzenform darauf, umgesetzt zu werden… Orko soll es auch auf die diesjährige GrayskullCon schaffen! Also es gibt noch richtig viel zu tun hier!

 

Habt einen schönen Tag!

 

Zoar in (annähernd) lifesize

Was ist das denn für ein wildes Vorschaubild?
Das ist selbstverständlich Zoar, der Adler der Giganten, der laut Filmation eigentlich ein Falke war. Also habe ich mir eine Falkenfigur für den Garten besorgt und angefangen, da eine entsprechende Bemalung draufzulegen. Beim Anmalen fiel dann auf, dass die Augen nicht richtig in die Figur versenkt sind sondern ein kleiner Spalt zwischen den Augen und dem Korpus ist, den ich jetzt noch versäubern muss.

Das ganze ist also noch in einem sehr frühen Stadium. Aber warum eine Gartenhohlfigur und kein 3D-Druck? Aus Faulheit? Ja, auch. Aber ich habe mit der Figur auch noch was vor. Sie bekommt ein Innenleben, das dann auch tatsächlich was macht, wenn man es betätigt. Ich werde also demnächst mal mit Arduinos, also Mini-Computern herumexperimentieren. Was genau das wird, wird an der Stelle nicht verraten. Manche wissen das aber vielleicht sogar schon von meiner Instagram-Page 😉

Bis zur Grayskull Con ’24 wird Zoar wahrscheinlich nicht fertig. Also ich versuch’s, aber versprechen kann ich nichts. Ich muss da wirklich Zeit zum Fräsen und Löten haben.

Habt einen schönen Tag!